Natürlich habe auch ich eine gesunde Menge Vorurteile, ich versuche sie nur irgendwie immer wieder nach hinten zu sortieren. Ich finde es immer nur enttäuschend, wenn wieder alle Vorurteile stimmen. Journalisten, insbesondere in der IT, sind Opfer meiner Vorurteile. Es gibt wenige, den ich wirklich Kompetenz nachsage. Andreas Stiller vom Heise-Verlag ist zum Beispiel einer von diesen.

Allerdings: Es gibt viele ... nunja ... ich will nicht beleidigend werde ... sagen wir mal einfach ... die zu einer anderen Gruppe gehören. Und jener Artikel, den ich beim Golem gefunden habe, ist entweder inkompetent oder schlecht recherchiert. Beides sind aus meiner Sicht Todsünden für Journalismus. Es handelt sich dabei um ZFS als natives Modul für Linux verfügbar

Aber vielleicht sollte ich mich auch nicht so aufregen und solche Artikel nicht vor dem Frühstück lesen.
  • "Es unterstützt Erweiterungen wie RAID-0, RAID-1, RAID-5 oder Logical Volumes"
    ZFS kann kein RAID-5, RAID-Z funktioniert stellenweise komplett anders. Die einzige grosse Gemeinsamkeit ist die Parity. Logical Volumes? Das Konzept gibt es nicht mehr, oder meint man die emulated Volumes?
  • ZFS-Posix-Ebene (ZPL), über die das Betriebssystem mit dem Linux-Kernel Treiber kommuniziert
    Wenn das korrekt wäre, warum kann man dann schon den ZVOL layer nutzen? Es gibt dem Anscheine nach also schon einen Weg, das Betriebsystem und Treiber kommunizieren. Der ZPL ist dazu da, aus einem Dataset etwas werden zu lassen, das nach aussen hin aussieht wie ein Posix-Filesystem, so wie der ZVOL-Layer dazu da ist, einen Dataset so aussehen zu lassen, wie ein Block Device. Sowas haette man alles in der FAQ auch nachlesen können, die die Autoren des Moduls bei github zur Verfügung stellen.
  • Die Entwickler arbeiten jedoch am ZPL, die auch die Verbindung zum Lustre-Dateisystem ermöglichen soll.
    Auch hier hätte der Autor des Golem-Artikel nur die FAQ lesen müssen, in der unter 1.4 steht:
    Is this useful without the ZFS posix layer?
    Absolutely. While having the ZFS posix layer is ideal even without it you can take advantage of many ZFS features. For example, our focus is on integrating ZFS and Lustre so we can take advantage of ZFS’s advanced features to build a scalable multi-petabyte distributed file system with Lustre.
  • und bringt etliche Verwaltungswerkzeuge mit, etwa für Snapshots
    Etliche Verwaltungswerkzeuge? Als ich das letzte mal geguckt habe, waren es genau zwei, die für den Enduser relevant sind zpool und zfs.
  • ZFS kann Partitionen mit bis zu 16 EByte verwalten
    Aehm ... aaalso .... eine Datei kann 16 Exbibyte (und nicht EByte) gross werden, ein Filesystem kann 16 Exbibyte gross werden. Ein Pool (und das ist wohl das Naechste in ZFS zu einer Partition) kann 256 ZB gross werden.
Ach ... genug geärgert ... wird eh keiner vom Golem lesen. Dennoch, es gibt mittlerweile auch in Deutschland so viele Leute die sich mit ZFS auskennen. Hätte man nicht mal jemanden kurz über den Artikel drüberlesen lassen können?

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